Direkt nach dem Rodeo ging es nach Moisten auf eine kleine Hobbyfarm eines Freundes der Familie. Dort haben wir das ganze Osterwochenende gezeltet. Jeden Abend gab es eine lustige Runde am Lagerfeuer und am Tag vertrieben wir uns die Zeit mit Kochen, Karten spielen, mit den Kindern Fussball spielen oder in dem eigens dafür angeschafften und verzierten Kleinbus den größeren Kindern Autofahren beizubringen. Für mich war es eine super Gelegenheit mit all den Leuten in Kontakt zu kommen und ich muss echt sagen das es ein schönes Osterfest war. Auch wenn ich dir Oko schon ein wenig vermisst habe. Zum Ende noch ein paar Schnappschüsse die im Laufe des Wochenendes entstanden sind.
Es gibt eine Aktualisierung des Reiseplans und so werde ich in den nächsten Tagen für zwei Wochen Urlaub nach Tasmanien aufbrechen und dann wieder hier zurückkehren um die Reisekasse erneut aufzufüllen. Auf Fotos darf sich mit gewisser Geduld gefreut werden.
Viele Grüße aus Ararat.
Seit September 2012 befinde ich mich als klassischer Backpacker in Australien. Inzwischen habe ich schon viel erlebt und beschlossen alle Interessierten ein bisschen mehr an meiner Reise teilhaben zu lassen.
Sonntag, 7. April 2013
Great Western Rodeo
Seit langer Zeit dreht sich meine Arbeit um Rinder. In Queensland drehte sich alles um die vierbeinigen Kolosse. Hier in Ararat arbeite ich nicht mehr jeden Tag mit ihnen, doch ein auf dem Küchentisch liegender Katalog voller Bullen gibt es immer auszuwerten, auf dem Rücken des Pferdes die Tiere durch das Land zu treiben macht stets Spaß und ab und zu mal gibt es auch den ein oder anderen Tag gefüllt mit Rinderarbeit. So geht es hier ein bisschen mehr um die Feinarbeit: Statt Mustering, Brandmarken und Hörnerschneiden steht nun Waschen, Kopf rasieren, Samen testen und künstliche Befruchtung auf der Tagesordnung. Es geht nicht mehr um 16000 Rinder sondern um ein paar Hunderte, statt Fleischpreisen steht der Bullenmarkt im Mittelpunkt und statt dem Gewicht als fast einzigen Faktor zählt nun das Temprament (nicht zu wild aber immernoch aktiv, Bullem werden gewaschen und rasiert um ruhiger zu wirken), die genetische Herkunft, das (undefinierte) perfekte Verhältnis zwischen Muskel und Fett, der quadratische Rahmen (von der Seite betrachtet sollten die Beine und der Rücken bei einem Bullen gewissen Alters ein Quadrat ergeben), die gerade Topline (von Kopf bis Schwanz ist es gerade Line erstrebenswert), der allgemeine Charakter und am Ende natürlich der ersteigerte Preis eines jeden Zuchtbullen. Nicht zu vergessen das es wieder andere Kriterien für Kühe gibt.
Nach all dem Rindergelaber gibt es natürlich auch noch die Freizeit und wenn man einmal schon dabei ist kann man sich diese ja auch noch mit den Geliebten vertreiben. Typisch australisch haben die meisten Männer einen stetigen Drang sich zu duellieren und warum dann nicht gleich in dem was sie am besten können: der Rinderarbeit.
Man nehme einen flinken, kleinen, mit Hörnern bestückten Stier und jage ihn mit Pferd und Lasso, oder man springe von dem Pferd auf den Stier und ringe ihn zu Boden, oder man schnalle einem wildem Pferd einen Gurt um das Becken sodass es wild herumspringt, setze sich darauf und versucht 8 Sekunden lang darauf zu bleiben um anschließend möglichst elegant anzuspringen. Die ganz harten Jungs setzten sich auf wilde und aufgeheizte Bullen und überleben darauf acht Sekunden mit anschließendem Absprung. Welche Sportart auch immer zusammengefasst wird das unter dem Begriff Rodeo und am Karfreitag war eines der größten mit den besten Athleten landesweit ganz in der Nähe und ich war dabei. Hier ein paar Eindrücke inkl. Erklärungen.
Man nehme einen flinken, kleinen, mit Hörnern bestückten Stier und jage ihn mit Pferd und Lasso, oder man springe von dem Pferd auf den Stier und ringe ihn zu Boden, oder man schnalle einem wildem Pferd einen Gurt um das Becken sodass es wild herumspringt, setze sich darauf und versucht 8 Sekunden lang darauf zu bleiben um anschließend möglichst elegant anzuspringen. Die ganz harten Jungs setzten sich auf wilde und aufgeheizte Bullen und überleben darauf acht Sekunden mit anschließendem Absprung. Welche Sportart auch immer zusammengefasst wird das unter dem Begriff Rodeo und am Karfreitag war eines der größten mit den besten Athleten landesweit ganz in der Nähe und ich war dabei. Hier ein paar Eindrücke inkl. Erklärungen.
Steer Roping
Ziel ist es möglichst schnell den Stier mit dem Lasso an den Hörnern zu fangen, darauffolgend vom Pferd abzuspringen um das Tier am Kopf zu berühren. Im Idealfall sieht das so oder so ähnlch aus und ist in weniger als 10 Sekunden erledigt.![]() |
| Einfangen... |
![]() |
| ....abspringen... |
![]() |
| ...am Kopf beruehren, das Umhauen istr dabei eigentlich nicht erforderlich) |
Team Roping
Diesmal als Team aktiv, geht es wieder darum das wilde Tier einzufangen. In festgelegter Reihenfolge schwingt der erste Reiter das Seil um die Hörner, darauffolgend der zweite die um beide Hinterbeine. Zeitstrafen gibt es falls die Schinge den Nacken oder nur eines der Hinterbeide einfängt.![]() |
| Ein perfektes Ergebnis |
Buckjumping
Ungezähmten Pferden einen Gurt um die Hüfte zu schnallen, 8 Sekunden darauf sitzen zu bleiben und anschliessend mit Hilfe eines weiteren Reiters verletzungsfrei von Pferd abzusteigen, das sind die Ziele dieser Disziplin. Unterteilt wird in einen Ritt mit und einen ohne Sattel.![]() |
| Ja es kann schmerzhaft enden. |
Steer Wrestling
Der Reiter springt vom Pferd auf den Spier packt hin an den Hoernern und ringt ihn zu Boden, der schnellste gewinnt. Einfach eindrucksvoll!Barrel Racing
Drei Tonnen, ein unglaublich schnelles Pferd und einen perfekten Reiter, dass ist alles was hier benötigt wird. Ziel ist um jede der im Dreieck stehenden Tonnen einmal herum zu reiten und wieder zur Start-Ziel-Linen zurückzukehren. Bemerkenswert dabei ist das die Pferde durch jahrelanges Training wissen was zu tun ist und der Reiter nur noch darauf fokussiert ist auf der Rakete sitzen zu bleiben. Zeitstrafe gibt es für das umstoßen einer Tonne.
Bullriding
Fuer die Koenigsdiziplin des Rodeo nehme man einen Bullen spanne ihm einen Gurt um die Huefte, sodass er springt, sich dreht und abwechselnd die Vorder- und Hinterbeine in die Luft katapultiert und setze einen Reiter darauf. Dieser versucht acht Sekunden auf dem wilden Tier sitzen zu bleiben und danach einigermassen kontrolliert abzuspringen. Das endet nicht immer verletzungsfrei und so gibt es zwei Clowns, die zu einem Teil der Unterhaltung sind, zum anderen aber im Falle eines Sturzes den Bullen vom Reiter fern halten um dann das Tier aus der Arena zu bringen. Auf jedenfall ein Spektakel.Zusammenfassend muss ich sagen das es ein wunderschöner Nachmittag war an dem über 550 Fotos entstanden sind die mich noch eine Weile danach beschäftigt haben.
Donnerstag, 21. März 2013
Der Stand der Dinge
Ein paar weitere Wochen in Ararat sind vergangen. Meine Situation ist sozusagen immer noch die gleiche, nur wird sie immer besser. So mutiere ich in meiner Familie von einem Freund zu einem Teil, bei den Kindern vom Backpacker zum Halbbruder, in der Umgebung von Arbeitssuchender zum geschätzten Vielbeschäftigtem und nicht zu vergessen ist aus dem über eine kaputte Kamera frustrierten Hobbyfotografen ein stolzer Besitzer einer neuen Canon 60D geworden. Ja so lässt sich das Leben aushalten.
Im Durchschnitt arbeite ich fünf Tage pro Woche dabei war in letzter Zeit alles von Gartenarbeit über Holz spalten bis hin zum Zäune erneuern und Hufe von Schafen kürzen dabei.
Am Wochenende verbringe ich dann die meiste zeit mit schlafen und, wer mich kennt wird es kaum Glauben, ich habe angefangen ein Buch zu lesen, worüber ich aber meist dann doch wieder einschlafe.
Die letzten 10 Tage war es sehr ruhig auf der Farm. Die Familie war im Urlaub und ich blieb allein zurück um auf Pferd, Hund und Co. aufzupassen. Nebenbei ging ich natürlich auch arbeiten. Letzten Sonntag war ich mit ein paar Freunden bei einem Fußballturnier organisiert von der Polizei Victoria. Bei leider nur mittelmäßigem Gesamterfolg sind zumindest ein paar kostenlose Fußballschuhe herausgesprungen. Bei jedem Spiel gab es ein Paar für den besten/fairsten Spieler zu gewinnen. Wir haben uns immer schön abgewechselt und so hat jeder aus unserem Team einmal gewonnen.
Die aktuellen Reisepläne sehen so aus, dass ich nach Ostern Ararat verlasse und Tasmanien erkunde.
Fotos gibt es diesmal nur vom Handy. Einmal eine Aussicht über die Region und das andere zeigt einen typischen Anblick bei der Arbeit.
Viele Grüße
Im Durchschnitt arbeite ich fünf Tage pro Woche dabei war in letzter Zeit alles von Gartenarbeit über Holz spalten bis hin zum Zäune erneuern und Hufe von Schafen kürzen dabei.
Am Wochenende verbringe ich dann die meiste zeit mit schlafen und, wer mich kennt wird es kaum Glauben, ich habe angefangen ein Buch zu lesen, worüber ich aber meist dann doch wieder einschlafe.
Die letzten 10 Tage war es sehr ruhig auf der Farm. Die Familie war im Urlaub und ich blieb allein zurück um auf Pferd, Hund und Co. aufzupassen. Nebenbei ging ich natürlich auch arbeiten. Letzten Sonntag war ich mit ein paar Freunden bei einem Fußballturnier organisiert von der Polizei Victoria. Bei leider nur mittelmäßigem Gesamterfolg sind zumindest ein paar kostenlose Fußballschuhe herausgesprungen. Bei jedem Spiel gab es ein Paar für den besten/fairsten Spieler zu gewinnen. Wir haben uns immer schön abgewechselt und so hat jeder aus unserem Team einmal gewonnen.
Die aktuellen Reisepläne sehen so aus, dass ich nach Ostern Ararat verlasse und Tasmanien erkunde.
Fotos gibt es diesmal nur vom Handy. Einmal eine Aussicht über die Region und das andere zeigt einen typischen Anblick bei der Arbeit.
Viele Grüße
Montag, 18. Februar 2013
Das Neueste aus Ararat
Inzwischen ist es schon eine Weile her, dass ich mich das letzte Mal hier gemeldet habe, nicht das es langweilig geworden wäre, ganz im Gegenteil das Leben beschäftigt mich auf unterschiedlichste Art und Weise. Also was ist passiert in den letzten Wochen?
Ich war arbeiten - mal da mal dort, aber immer was anderes. So half ich ein paar Tage ein Fundament für ein Haus zu erschaffen. Darauf folgend bekam ich ein paar erste Eindrücke von der Komplexität rund um das Thema "Marino Schaf" - von Dicke, Farbe, Ölanteil, Rissfestigkeit und Struktur der Wolle über Hautbeschaffenheit, Größe und Form des Schafes bis hin zur Wahrscheinlich Zwillinge zu gebären - ein perfektes Schaf zu sein ist gar nicht so einfach.
Ein anderes Projekt hier auf der Farm ist das Bauen einer Terrasse. Aus einem zuvor mit unebenen Natursteinen nicht wirklich schön anzusehenden Eingangsbereich soll eine Terrasse mit Lounge und Pflanzen werden. Arbeitskraft: German backpacker - ich. Bisher habe ich ein paar Tage damit verbracht die Steine herauszuheben, darunter weitere Unmengen an Steinen zu finden um daraufhin diese wieder aus dem Weg zu räumen. Heute habe ich einen Baum umgesägt und den Stamm ausgegraben. Wenns fertig ist gibt es bestimmt mal ein Bild.
Sonst habe ich bei einer Familie ein wenig Gartenarbeit verrichtet oder hier auf der Farm ausgeholfen.
Am Freitag habe ich meine ersten 2 Bullenauktionen miterlebt und es war echt begeisternd wie schnell Menschen reden können und dabei auch noch verkaufen. Leider hat der Farmer nicht die gewünschten Beträge für seine Bullen erhalten, sodass das ein oder andere Bier im Anschluss den Ärger vertreiben musste. Interessant dabei 5 Minuten nachdem das letzte Tier verkauft war finden sich Käufer und Verkäufer zusammen und lassen in den nächsten Stunden den Tag am Grill mit reichlich Bier ausklingen.
Da das leben ja etwas eintönig wird, wenn man nur am Arbeiten ist, habe ich beschlossen ein wenig Sport zu treiben und so gehe ich mit Richo zum Footballtraining, spiele bei einem kleinen lokalen fußballtunier (geht ein paar Wochen lang) mit und versuche wann immer Zeit ist, mich auf Bobby (Jills Pferd) herauf zu schwingen. Das Reiten macht einige Fortschritte, ich beginne mehr und mehr die Rinder der Farm durch die Gegend zu treiben. Hauptschwierigkeit dabei ist sich auf Pferd und Rind gleichzeitig zu konzentrieren. Aber wie immer und überall: ein wenig Übung und dann wird das schon.
Wer sich wundert, dass es keine Bilder gibt, diesmal war ich mal nicht zu faul, sondern meine Kamera ist wohl an Altersschwäche gestorben, doch bin schon fleißig am arbeiten, sodass es bald auch wieder was zum angucken gibt.
Viele Grüße Richard
Ps.: Es freut mich echt zu sehen wie viele Leute das Blog lesen. Vielen Dank dafür. Für Ideen und Wünsche bin ich immer offen.
Ich war arbeiten - mal da mal dort, aber immer was anderes. So half ich ein paar Tage ein Fundament für ein Haus zu erschaffen. Darauf folgend bekam ich ein paar erste Eindrücke von der Komplexität rund um das Thema "Marino Schaf" - von Dicke, Farbe, Ölanteil, Rissfestigkeit und Struktur der Wolle über Hautbeschaffenheit, Größe und Form des Schafes bis hin zur Wahrscheinlich Zwillinge zu gebären - ein perfektes Schaf zu sein ist gar nicht so einfach.
Ein anderes Projekt hier auf der Farm ist das Bauen einer Terrasse. Aus einem zuvor mit unebenen Natursteinen nicht wirklich schön anzusehenden Eingangsbereich soll eine Terrasse mit Lounge und Pflanzen werden. Arbeitskraft: German backpacker - ich. Bisher habe ich ein paar Tage damit verbracht die Steine herauszuheben, darunter weitere Unmengen an Steinen zu finden um daraufhin diese wieder aus dem Weg zu räumen. Heute habe ich einen Baum umgesägt und den Stamm ausgegraben. Wenns fertig ist gibt es bestimmt mal ein Bild.
Sonst habe ich bei einer Familie ein wenig Gartenarbeit verrichtet oder hier auf der Farm ausgeholfen.
Am Freitag habe ich meine ersten 2 Bullenauktionen miterlebt und es war echt begeisternd wie schnell Menschen reden können und dabei auch noch verkaufen. Leider hat der Farmer nicht die gewünschten Beträge für seine Bullen erhalten, sodass das ein oder andere Bier im Anschluss den Ärger vertreiben musste. Interessant dabei 5 Minuten nachdem das letzte Tier verkauft war finden sich Käufer und Verkäufer zusammen und lassen in den nächsten Stunden den Tag am Grill mit reichlich Bier ausklingen.
Da das leben ja etwas eintönig wird, wenn man nur am Arbeiten ist, habe ich beschlossen ein wenig Sport zu treiben und so gehe ich mit Richo zum Footballtraining, spiele bei einem kleinen lokalen fußballtunier (geht ein paar Wochen lang) mit und versuche wann immer Zeit ist, mich auf Bobby (Jills Pferd) herauf zu schwingen. Das Reiten macht einige Fortschritte, ich beginne mehr und mehr die Rinder der Farm durch die Gegend zu treiben. Hauptschwierigkeit dabei ist sich auf Pferd und Rind gleichzeitig zu konzentrieren. Aber wie immer und überall: ein wenig Übung und dann wird das schon.
Wer sich wundert, dass es keine Bilder gibt, diesmal war ich mal nicht zu faul, sondern meine Kamera ist wohl an Altersschwäche gestorben, doch bin schon fleißig am arbeiten, sodass es bald auch wieder was zum angucken gibt.
Viele Grüße Richard
Ps.: Es freut mich echt zu sehen wie viele Leute das Blog lesen. Vielen Dank dafür. Für Ideen und Wünsche bin ich immer offen.
Dienstag, 29. Januar 2013
Ararat
Seit
nun schon fast zwei Wochen lebe ich 10 Minuten entfernd von Ararat, ein Stadt
ca. 200 km nordwestlich von Melbourne, bei der Familie Richardson auf der Farm
Gorrinn. Hier leben der Vater, eigentlich Robert bzw.
Rob aber Richo genannt, die Mutter Jill, Schwester von Annie aus
Cloncurry, und die Kinder Georgia (9), Claudia (7), Millie (5) und
Jack (3). Die Kinder sind etwas ruhiger, was aber nicht heißt, dass man mit
ihnen nicht genauso viel Spaß haben kann. Wie in Nordaustralien, wo die
Regenzeit zur Zeit fast alles lahmlegt, sind auch in Victoria viele Farmer im
Urlaub, das heißt alle lassen es ein wenig ruhiger angehen, machen nur das Nötigste und genießen sonst die Freizeit, bei den Richardsons wird diese oft
mit Tennis gefüllt, so habe ich bestimmt 50% der Spiele der Australian Open
gesehen und bin irgendwie immernoch der Meinung, das es zwar bestimmt eine
richtig gute Leistung von den Spielern ist, aber oft echt sehr einschläfernd
zum Ansehen. Der ganze Urlaub hat leider auch seine Nachteile: Die Arbeit ist
knapp und somit auch die Möglichkeit für mich Geld zu verdienen. Doch da ist ja
zum Glück noch meine Gastfamilie, die sich im Allgemeinem echt super um mich
kümmert und durch ihre ganzen Kontakte mir immer mal wieder ein paar Tage
Arbeit besorgt. Am Mittwoch habe ich bei einer Betonierungsfirma ausgeholfen und hauptsächlich den ganzen Tag
Zementtrucks mit der Schubkarre entladen, was mit der Zeit recht
schweißtreibend war. Offenbar habe ich mich dabei aber nicht zu dumm angestellt,
denn am Ende des Tages hatte ich das Angebot mit dem Chef für 3 Tage nach
Hammilton (100 km südlich) zu fahren und ihm dort auszuhelfen. Arbeitsbeginn:
nächster Morgen 6.30 Uhr – Ja in Australien geht das alles ein wenig spontaner.
Und so kam ich erst am Samstagnachmittag wieder zu den Richardsons. Die Arbeit
war leider etwas langweilig. An einem leichtem Hügel soll ein Haus gebaut
werden, und somit war es unsere Aufgabe zunächst alles zu Vermessen und dann an
richtiger Stelle mit dem Bagger eine ebene Fläche zu erschaffen. Ich war dabei
leider nicht in dem Bagger sondern an einem Lasergerät, mit dem die Höhe des
Bodens gemessen wird. Also bin ich von Stelle zu Stelle gelaufen und habe
meinem Chef im Bagger immer gezeigt, ob diese Stelle zu hoch oder zu niedrig
ist, am Ende kam dadurch eine ebene Fläche heraus, die dann mit Stricken als
Markierungen für die Wände bespannt wurde, um später noch Gräben für das
Fundament der Mauern zu erschaffen. Alles in Allem eine Arbeit, die sehr
korrekt ausgeführt werden muss, aber irgendwie doch ein wenig eintönig ist. Wie
auch immer, meine Motivation war, dass ich echt gutes Geld verdient habe und dabei nur ein Lasergerät durch dei Gegend trug. Eigentlich nicht so schlecht wenn
man zurückschaut, bedenkt, dass Essen und Unterkunft gestellt wurde und ich
somit in 3,5 Tagen 700 Dollar für „Nichtsmachen“ verdient habe. Wenn das so
weiter geht bin ich in ein paar Wochen „reich“ und tiefenentspannt.
Nun
habe ich erstmal paar Tage frei bzw. helfe hier auf der Farm ein wenig und dann
werde ich mal sehen welche lustigen Jobs Richo mir als nächstes auftreibt.
Vielleicht fahre ich auch mal wieder in den Grampians National Park, welcher von
hier nur 30 km weg ist. Und da ich für die Zeit, in der ich hier wohne, das alte
Auto der Familie benutzen darf, bin ich auch recht mobil. Letztes Wochenende
war ich für einen Tag unterwegs um einige Stellen in den Grampians, welche wir
auf der Busrundreise nur kurz besichtig haben, noch einmal zu
sehen.
Im
großem und Ganzen kann man echt sagen: Ich bin in Victoria richtig gut
angekommen, habe eine perfekte Familie gefunden, bin in einer wunderschönen
Gegend, habe Arbeit wenn ich möchte und kenne auch schon ein paar Leute hier.
Wenn es so weiter geht wird es ein gutes Jahr 2013 in Australien.
Montag, 21. Januar 2013
Great Ocean Road und Grampians National Park
Ein internationaler Mix aus Backpackern,
Ehepaaren, Einheimischen und weltreisenden Leuten hat sich am Freitagmorgen
den 11. Januar angeführt von Reiseführer Rob auf den Weg in Richtung Great
Ocean Road und den Grampians Nationalpark gemacht. Am Sonntagabend kamen wir
alle zufrieden und voller Eindrücke wieder in Melbourne an, bis auf ein paar
Ausnahmen, welche die Reise nach Adelaide angetreten sind. Doch was ist in der
Zwischenzeit passiert? Was gab es zu sehen? Und wie war „das Team“?
Ich habe mich also mal auf eine Busrundreise
eingelassen und muss echt sagen, dass es richtig gut war. Es gab nie den etwas
befürchteten Stress oder Zeitdruck, ganz im Gegenteil, wer beim Rennen erwischt
wurde, durfte Liegestütze machen. Es gab immer ausreichend Zeit und
Gelassenheit um es wirklich einen Urlaub werden zu lassen. Einen Großteil dazu
hat Rob unser Reiseführer/ Busfahrer beigetragen: Er hatte immer einen Spruch
auf den Lippen, gab uns in spannender Art und Weise viele Informationen und war
stets darum bemüht uns zufrieden zustellen, was ihm auch immer gelungen ist.
![]() |
| Der Reiseleiter Rob |
Am ersten Tag sahen wir einen großen Teil der
Great Ocean Road, besonders fazinierten dabei die Steilküsten, das strahlend
blauen Wasser der Cape Otway Leuchtturm, die Koalabären und der Sonnenuntergang
am Strand. Ich schlief im Zelt, andere aber auch in Zimmern, dabei war ich mit
meiner Entscheidung mich an die frische Luft zu legen echt sehr zufrieden. Hier
ein paar Eindruecke des ersten Tages.
Der zweite Tag begann dirket mit einem
Highlight der Great Ocean Road: Die zwölf Aposteln, welche eigentlich nur
sieben sind. Der für mich schönste Abschnitt kam jedoch erst später: Loch Ard
Georch - voller Ueberraschungen. Dort gab es immer wieder neues zu entdecken,
ob Buchten, Höhlen, Tropfsteine, oder riesige Felsen mitten im Meer.
Darauffolgend ging es noch zur London Bridge.
Den zweiten Teil des Samstages verbrachten wir
damit, zum Grampians Nationalpark zu fahren, doch auch auf dem Weg gab es tolle
Naturphänomene zu sehen.
Unser Nachtlager habe wir auf der Asses Lodge
am Rande der Grampians aufgeschlagen, wo es für einige von uns die ersten
Kängurus zu beobachten und Pferde bei Sonnenuntergang zu sehen, Kängurufleisch
zu verkosten und das ein oder andere Bier in netter Gesellschaft zu genießen
gab.
![]() |
| Kaengurus beobachten |
Am Sonntag fuhren wir dann endlich in den
Nationalpark hinein. Der riesige MacKenzie Wasserfall ist ein Traum für jeden
Fotographen, und die in den Himmel ragenden Steinplatten oder die Ausblicke
ueber die Taeler waren echt unglaublich schöne Anblicke. Dies alles erlebten
wird bei leider nicht wirklich guten Wetter: Um die 20 Grad und Wolken am
Himmel, aber immerhin kein Regen, wir werden hier eben sonst von der Sonne
verwöhnt. Informativ, Interessant und zum Teil etwas herausfordernd war das
Aboriginie Kulturzentrum in dem sehr anschaulich über Tradition, Vertreibung,
heutige Probleme und Projekte der Aboriginies berichtet wurde. Ein
Thema mit dem man in ganz Austrlien immer wieder konfrontiert wird und welches
auch das Land spaltet, aber dazu vielleicht später mal ein bisschen mehr.
Insgesamt hat mir persönlich der Nationalpark
fast noch besser als die Great Ocean Road gefallen und ich kann mir gut
vorstellen dort noch einmal zurückzukehren.
Ja insgesamt kann man echt sagen, dass es ein wunderbarer Ausflug war. Wer noch ein paar mehr Bilder von den drei Tagen sehen moechte, kann gern auf meine Dropbox zurueckgreifen: https://www.dropbox.com/sh/vib4r7xl1tshgqk/ds1ClAd9V5
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